2003 bekam mein Mann die Diagnose. Es folgten Chemotherapie usw., das Übliche halt. Das Leben wurde von da ab anders gelebt – mit einem Damoklesschwert über der Beziehung und der Familie. Es traten Konflikte auf, die nach anderen Mustern ausgetragen und ertragen werden mussten. Ich wurde hilflos im Umgang mit der Krankheit meines Mannes. Ich konnte nur schwer auseinander halten, was es galt zu ertragen, weil es die Krankheit gab und was ganz einfach normal war.

In dieser Situation bekam ich von einer Freundin den Rat, mich an die psychoonkologische Ambulanz in Eppendorf zu wenden. Ich hatte nicht geglaubt oder erwartet mit so viel Verständnis, Sachverstand und echter Hilfe meine Situation als Angehörige so verändern zu können, dass es mir schon sehr bald besser ging.

Für mich war die Psychoonkologie der rettende Anker in einer miserablen Lebenssituation. Der Patient, in diesem Fall mein Mann, geht mit seiner Krankheit ganz individuell um. Als Partnerin musste ich lernen, dies zu akzeptieren und meinen eigenen Weg zu finden. Das war nicht einfach, aber die Gespräche hier haben mir sehr geholfen.

Portrait Frau Jürgens